Die aktuellen Menücharts 2025 von apetito zeigen, was Kinder, Berufstätige sowie Seniorinnen und Senioren in der Gemeinschaftsverpflegung besonders gern essen. Die Botschaft ist klar: Der Teller ist ehrlicher als jede Trendprognose. Gegessen wird, was schmeckt, vertraut ist – und zunehmend auch vegetarischer, internationaler oder einfach alltagstauglicher daherkommt.
Besonders auffällig: In Kitas und Schulen liegen vegetarische Gerichte weit vorn. Acht der zehn beliebtesten Speisen kommen ohne Fleisch aus. Auf Platz eins steht erneut die vegetarische Linsensuppe. Klingt nicht nach großem Bühnenauftritt, sagt aber viel aus: Wenn vegetarische Gerichte gut gemacht und verständlich angeboten werden, landen sie nicht aus Pflichtgefühl auf dem Teller, sondern werden gern gegessen. Gleichzeitig bleiben Fischstäbchen oder Hühnerfrikassee beliebt. Kinder mögen Vertrautes – lassen sich aber durchaus auf Neues ein, solange es nicht nach pädagogischer Maßnahme schmeckt.
Am Arbeitsplatz bleibt Spaghetti Bolognese laut apetito Spitzenreiter. Ein Klassiker, der offenbar noch lange nicht ausgedient hat. Interessant ist dabei die Vielfalt: apetito verweist auf 25 Bolognese-Varianten – von klassisch über vegetarisch und bio bis international. Auch die Currywurst mit Pommes ist zurück unter den Top drei. Sie braucht keine Trendfarbe, sie wird einfach gewählt.
Trotzdem bleibt es nicht beim Altbekannten. Internationale Gerichte wie Bami Goreng oder Chicken „Korma“ behaupten sich, vegetarische Angebote wie Chili sin Carne oder fleischlose Pastagerichte gewinnen an Bedeutung. Für Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung heißt das: Gäste wollen keine Entweder-oder-Speisekarte. Der Klassiker darf bleiben, aber daneben muss Platz sein für neue Essgewohnheiten, mehr Vielfalt und zeitgemäße Angebote.
Im Seniorenbereich dominieren weiterhin Eintöpfe und klassische Hausmannskost. Erbsensuppe mit Wiener Wurst führt das Ranking an, gefolgt von Rinderroulade und Bohnen-Eintopf. Hier zählen vertraute Rezepturen besonders stark. Essen ist eben nicht nur Versorgung, sondern auch Erinnerung, Gewohnheit und Verlässlichkeit. Nicht alles muss neu erfunden werden – manchmal reicht es, das Richtige richtig gut zu machen.
Für Hamburgs Gastgewerbe sind die Menücharts mehr als eine nette Rangliste. Sie zeigen, wie unterschiedlich Essenswünsche je nach Lebensphase und Alltagssituation sind. Wer heute erfolgreich verpflegt, muss Klassiker ernst nehmen, vegetarische und internationale Angebote selbstverständlich mitdenken und am Ende die wichtigste Frage beantworten: Wird es gern gegessen?
Die Antwort fällt ziemlich klar aus: Vertrautes bleibt stark, Vielfalt wird wichtiger. Die Currywurst muss also nicht von der Karte. Sie muss sich nur den Tisch teilen.