Druck auf Booking.com wächst!

Die Sammelklage gegen Booking.com gewinnt an Fahrt. Warum der Fall für Hotels in Europa jetzt besonders relevant wird.
Sammelklage gegen Booking.com wächst | Was jetzt auf Booking zukommt!
Sammelklage gegen Booking.com wächst | Was jetzt auf Booking zukommt!

Der Druck auf Booking.com wächst weiter: Das Bezirksgericht Amsterdam hat im Zusammenhang mit der europaweiten Sammelklage gegen die Buchungsplattform Maßnahmen zur Beweissicherung genehmigt. Seit dieser Woche werden historische Rechnungen und relevante Geschäftsdaten in der Zentrale von Booking.com in Amsterdam durch einen Gerichtsvollzieher gesichert. Zusätzlich sollen umfangreiche Unterlagen offengelegt und Verantwortliche des Unternehmens angehört werden.

Hintergrund der Klage sind die jahrelang verwendeten sogenannten Bestpreis- beziehungsweise Paritätsklauseln. Diese verpflichteten Hotels dazu, Zimmer auf keiner anderen Plattform und häufig auch nicht auf der eigenen Webseite günstiger anzubieten als bei Booking.com. Nach Auffassung zahlreicher Wettbewerbsbehörden und Gerichte schränkten diese Klauseln den Wettbewerb massiv ein.

Spätestens mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom September 2024 wurde deutlich, dass diese Praktiken gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen. Viele Hotels sehen sich dadurch wirtschaftlich erheblich benachteiligt und verlangen nun Schadenersatz.

Bereits mehr als 15.000 Hotels aus ganz Europa haben sich der Sammelklage angeschlossen. Unterstützt wird das Verfahren unter anderem von HOTREC, dem Hotelverband Deutschland (IHA) sowie zahlreichen europäischen Branchenverbänden.

Nach Angaben der Initiative „My Booking Claim“ könnten betroffene Hotels unter Umständen einen erheblichen Teil der in den vergangenen Jahren gezahlten Provisionen zurückfordern – teilweise zuzüglich Zinsen. Die Teilnahme an der Sammelklage erfolgt laut den Initiatoren ohne Kostenrisiko für die Hotels, da die Verfahren über Prozessfinanzierer abgesichert werden.

Für die Branche ist das Verfahren von großer Bedeutung. Viele Hoteliers sehen darin ein wichtiges Signal gegen marktbeherrschende Plattformstrukturen und für mehr unternehmerische Freiheit im digitalen Vertrieb.

Der Fall zeigt einmal mehr: Geschlossenes Handeln innerhalb der Branche kann Wirkung entfalten.

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